Kath. Kirche

Das Dorf Mühlau und der Weiler Krähenbühl gehörten bis 1878 zur Pfarrei Sins. Diese wurde im Jahr 1422 dem Kloster Engelberg angeschlossen. Über 200 Jahre wurde die Seelsorge von Engelberger Mönchen geleistet, welche auch die Klostergüter zu verwalten hatten. Mühlau musste daher den Zehnten an den jeweiligen Kirchherrn von Sins zuhanden des Klosters Engelberg entrichten. Dass die Gemeinde Mühlau über ihren Kapellenbau so genaue Angaben besitzt, ist dem Umstand zu zuschreiben, dass zur damaligen Zeit Pater Marianus Rot Pfarrer in Sins war. Pater Rot war ein namhafter Dichter und Theaterschriftsteller.

katholische Kirche MühlauDas erste Gotteshaus in Mühlau war eine bescheidende Holzkapelle vorn im Dorf an der Strasse nach Sins. Es kam die Zeit, dass sie baufällig wurde und mehr ärgerniserregend als erbaulich wirkte. «Um das Jahr Christi unseres lieben Herren 1580» taten sich ehrsame Männer zusammen, um der Mutter St. Anna eine grössere und bequemere Kapelle zu bauen, worin die hl. Messe wenigstens monatlich einmal gelesen werden konnte. Die drei Männer waren die Brüder Burkart Felix in Mühlau, Wolfgang im Schoren und Georg im Kestenberg. Die Gemeindegenossen gingen auf deren Anregung ein und mit denen von Schoren und Kestenberg wählten sie einmütig einen Bauplatz «in mitten des Dorfes Müllaw». Dort erstellten sie eine Kapelle zu Ehren der heiligen St. Anna und statteten sie aus mit einem Altar, mit Glocken, Kelch «und allen anderen dazu gehörigen Sachen». Am Standort der alten Kapelle musste ein Kreuz oder Bildstock errichtet werden.

«Etwas jare» vergingen; da wurden in unmittelbarer Nähe der neuen Kapelle ein Gasthaus, der heutige «Storchen» erstellt; er nahm der Kapelle Tageslicht und Ansehen. Die geistliche Obrigkeit war damit nicht einverstanden und fand, es sollten für das Kirchlein ein gebührender Platz erwähnt werden. Über den Bauplatz entstand aber ein heftiger Streit. Zur Schlichtung kam der Abt von Engelberg und mit ihm der Kornherr Ludwig Meyer, alt Landvogt zu Merenschwand, nach Mühlau. Sie besichtigten die in Frage kommenden Plätze und fanden denjenigen Ort für gut und tauglich, wo die heutige Kirche steht. Im Januar 1654 wurde dort die neue Kapelle erstellt. Am Ort der alten Kapelle wurde ausbedungen, dass nach altem katholischen Brauch ein Kreuz oder Bildstock «aus behauenen Steinen sollte aufgerichtet werden zuo ewiger gedächtnis willen». Der Inhaber des Platzes, welcher in nutzte und brauchte, sollte es auf seine Kosten machen lassen «zu allen Zeiten in ehren ha und erhalten». So ist wahrscheinlich das Bildstöcklein beim Volg die Erinnerung an die Kapelle.

200 Jahre später, anno 1854, wurde mit dem Bau der heutigen Kirche begonnen, welche 1856 fertig erstellt war. Die Ortschaften Schoren und Kestenberg gehörten weiterhin zur Pfarrei Merenschwand und Mühlau zur Pfarrei Sins. Nach langen Verhandlungen über den Auskauf der Kirchen- und Pfrundgüter erfolgte die Gründung der Pfarrei Mühlau im Jahre 1878.

Der Einbau einer neuen Bestuhlung, einer Heizung und der Ersatz für die alte Orgel brauchte nicht mehr so lange Verhandlungen wie im 19. Jahrhundert. Zum Glück fand man da schneller eine Einigung. Ebenso fand die Zustimmung zur Friedhoferweiterung, die Erstellung der Leichenhalle und die gut gelungene Aussenrenovation der Kirche 1993 rasch die Zustimmung unserer Steuerzahler/innen. Heute erscheint auch das Innere der Pfarrkirche wieder frisch, nachdem im Jahre 1998 eine Innenrenovation für Fr. 1,475 Millionen die zarten Farben und das Gold wieder leuchten lassen. Eine Besichtigung der St. Anna Kirche lohnt sich bestimmt.

Das angrenzende Pfarrhaus bekam im Sommer 2002 auch eine neue Fassade, neue Fenster und Fensterläden. Die beiden Gebäude runden heute das schöne und gepflegte Dorfbild ab.

Autor: Dr. Hans Bissig

 

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