Ausgangslage


Auf Grund von Sanierungsbedürfnissen der Wärmeerzeugung für die Gemeindehäuser (Schulhaus, Turnhalle, Kindergarten, Lehrerhaus und Gemeindehaus) rief der Gemeinderat Ende 2009 eine Kommission ein, welche folgenden Auftrag erhielt:

Detaillierter Auftrag an die Kommission

Sanierung Wärmeerzeugung Schulhaus

Die Heizung im Schulhaus muss in den nächsten Jahren unter Berücksichtigung des Preis- Leistungsverhältnisses ersetzt werden. In diesem Zusammenhang muss geprüft werden, ob das Schul- und Gemeindehaus, das Lehrerhaus mit dem Kindergarten, die Mehrfamilienhäuser der OBG an der Rüstenschwilerstrasse sowie die noch zu bestimmenden Gebäude bis zum Holzbau Meier AG an eine gemeinsame Heizung - Wärmeverbund - mit Wärmemessungen usw. angeschlossen werden könnten.

Finanzielle, ökologische Aspekte

Es ist abzuklären, ob eine konstante Wärmelieferung mittels eines solchen Wärmeverbunds während der Heizperiode ökologisch und zu finanziell tragbaren Preisen gewährleistet werden kann. Die Kommission befasst sich dabei im Rahmen des Projekts Wärmeverbund grundsätzlich mit der Wärmeerzeugung, dem Verteilnetz bis und mit Übernahmestation (Wärmetauscher) bei den Verbrauchern.

Gebäudecheck

Es ist zu eruieren, wann und an welchen öffentlichen Gebäuden ein Gebäudecheck durchgeführt werden soll. Mittels Wärmebilder sollen die Schwachstellen bezüglich des Wärmeverlustes an Gebäuden aufgezeigt werden. Optimierungs- und Sanierungsvorschläge (Gebäudehülle und Haustechnik mit Kostenschätzung und Energieeinsparung) sollen ebenfalls gemacht werden. Das Erstellen des offiziellen Gebäudeenergieausweises GEAK-Plus ist zu lancieren.



Die Kommission wollte möglichst rasch das Verständnis für die Aufgabe aufbauen, und lud daher in den ersten Sitzungen verschiedene Betreiber von Wärmeverbünden ein, mit dem Ziel, Vor-, Nachteile und Grenzen einzelner Wärmeerzeuger kennenzulernen und zu erfahren, worauf zu achten ist.

Dabei kristallisierten sich 3 Hauptstossrichtungen heraus. Wärmeerzeugung mit Hilfe:

  • des Grundwassers
  • von Warmepumpen
  • von Holzschnitzeln

Um ein noch besseres Gefühl für die einzelnen Varianten zu erhalten, wurde im Team eine Bewertungstabelle erstellt, mit dem Ziel, ein sicheres Gefühl für die einzelnen Lösungsansätze zu entwickeln, Vor- und Nachteile zu kennen, um so die Grundlage für eine Entscheid zu herbeizuführen.

Eine mögliche Lösung mit Grundwasser faszinierte die Kommissionsmitglieder, leider musste diese Variante nach eingehenden Studien fallen gelassen werden, da gemäss Spezialisten die Mächtigkeit (Tiefe) unseres Grundwasser zu gering ist. Das Rennen machte schlussendlich die Lösung auf der Basis von Holzschnitzeln.

Mit einem fachkundigen Planer würde das Projekt detailliert und an Informations-veranstaltungen der Gemeinde vorgestellt. Auch die Finanzierung wurde geklärt. Die Bürgergemeinde wird das Projekt finanzieren. Sie wird auch das Gros des benötigten Holzes zur Verfügung stellen.

Die Lösung ist kostengünstig und umweltfreundlich
Die Lösung deckt die Anforderungen des Gemeinderates und erfüllt den von ihm definierten Auftrag:

  • Ökologische und kostengünstige Wärmeversorgung
  • Wärmepreis ist transparent und langfristig günstiger als mit Heizöl/Gas
  • Keine Auslandabhängigkeit
  • Wertsteigerung der angeschlossenen Liegenschaften
  • Keine Ausgaben für Unterhalt und Betrieb der Heizanlage
  • Sorgenfreies Heizen mit dem Nahwärmeverbund
  • Keine CO2 Abgaben
  • Förderung lokaler Arbeitsplätze

Ausserdem basiert diese Lösung auf einer nachwachsenden, unerschöpflichen Ressource:

  • Holz ist ein einheimischer Rohstoff und fördert die Pflege der Wälder
  • Holz ist ein nachwachsender Brennstoff
  • Holz vermindert den Treibhauseffekt
  • Holz ist ein krisensicherer Brennstoff "vor der Haustüre"

Beim Verbrennen von Holz entsteht das Treibhausgas CO2. Es entspricht aber der gleichen Menge, welche der Baum in seiner Wachstumsphase aus der Luft in Energie und Sauerstoff umgewandelt hat (Photosynthese). Somit ist dieser Verbrennungsprozess CO2-neutral, im Gegensatz zur Verbrennung von fossilen Brennstoffen (Erdöl / Erdgas / Kohle), welche vor Millionen Jahren entstanden sind.

Mit dem geplanten Wärmeverbund in Mühlau werden pro Jahr tausende Liter Heizöl substituiert und damit der Ausstoss von grossen Mengen schädlichem CO2 aus fossilen Brennstoffen eingespart.

Als Bezüger profitieren Sie
Die in den Heizzentralen produzierte Wärmeenergie wird über ein Nahwärmenetz direkt in Ihre Liegenschaft geliefert. Über einen Wärmetauscher erfolgt die Verbindung zur internen Heizverteilung und auch zur ganzjährigen Brauchwarmwasser-Aufbereitung.

Sie brauchen sich nicht mehr um den Einkauf und die Lagerung Ihres Brennstoffes zu kümmern.

Die Reinigung von Kessel und Kamin sowie die Emissionsüberwachung durch den Kaminfeger entfallen, auch ein Brennerservice ist nicht mehr nötig.Die vom WVM installierte Übergabestation ist wartungsfrei und benötigt nur wenig Platz, der Heiz- und Lagerraum entfällt. Auch die Ablesung des Wärmezählers erfolgt automatisch über eine zentrale Leitebene.


Tag der offenen Tür

Am 14. November 2015 fand der Tag der offenen Tür der Heizzentrale statt.